Digitalisierung in der Automobilindustrie: digitale Marktplätze und Sales-Lösungen
Die Digitalisierung der Automobilindustrie ist in vollem Gange – denn Kunden erwarten auch hier ein digitales Einkaufserlebnis, das sie aus anderen Branchen kennen.
Die Suche nach dem passenden Auto beginnt inzwischen häufig online und nicht mehr im Autohaus vor Ort. Für Hersteller, Händler und Finanzdienstleister stellt sich deshalb die Frage: Wie lassen sich Fahrzeugverkauf, Finanzierung und Leasing so digital abbilden, dass Prozesse effizienter werden und Kunden schneller zum Abschluss kommen? Genau hier setzen integrierte Sales- und Marktplatzlösungen an, die wir zum Beispiel für unseren Kunden Stellantis entwickelt haben.
Digitalisierung in der Automobilindustrie: das Wichtigste
- Die Digitalisierung in der Automobilindustrie verlagert Fahrzeugauswahl, Finanzierung und Leasing zunehmend in digitale Abschlussstrecken.
- Integrierte Plattformlösungen ermöglichen durchgängige Prozesse – von der Fahrzeugauswahl über die Konditionsberechnung bis zur digitalen Signatur.
- Entscheidend für den Erfolg sind sauber angebundene Systeme, eine tragfähige Datenstrategie und skalierbare Schnittstellen.
- Eine intuitive User Experience, Mobile-First-Ansatz und automatisiertes Lead-Management reduzieren Reibung und unterstützen Händler im Vertrieb.
- Reporting- und Analyse-Tools schaffen Transparenz über Abschlüsse, Conversion-Rates und Nutzerverhalten – als Basis für kontinuierliche Optimierung.
Der neue Standard für Finanzierung und Leasing ist 100 % digital
Klassische Fahrzeugfinanzierung und klassisches Leasing waren lange von papierbasierten Prozessen, Beratung vor Ort und aufwendiger Vertragsabwicklung geprägt. Moderne Plattformlösungen ermöglichen heute einen vollständig digitalen Prozess – von der Fahrzeugauswahl bis zur digitalen Unterschrift.
Ein Beispiel dafür ist die B2C-Lösung für Online-Leasing, die wir gemeinsam mit unserem langjährigen Kunden Stellantis Financial Services etabliert haben. Vertragshändler des Stellantis-Konzerns definieren ihre Leasingkonditionen individuell im bereitgestellten Backoffice (etwa Nachlass, Restwert und Überführungskosten).
Kunden wählen ihr Wunschfahrzeug über eine intuitive E-Commerce-Strecke, erhalten ihre Leasingkonditionen in Echtzeit und schließen den Vertrag digital ab. Eine automatisierte SCHUFA-Abfrage sowie eine rechtssichere digitale Signatur ergänzen den Prozess. So entsteht eine durchgängige digitale Strecke, die Kunden Orientierung bietet und Händler in der Abwicklung entlastet.
Erfolg durch nahtlose Integration, intelligente Prozesse und eine tragfähige Datenstrategie
Die technische Umsetzung einer solchen Plattform erfordert mehr als eine gute Benutzeroberfläche. Entscheidend sind die Integrationen im Hintergrund: Fahrzeug- und Bilddatenbanken, Kalkulationsschnittstellen, Identitätsprüfungen und ERP-Systeme der Händler müssen zuverlässig zusammenspielen.
Nur wenn diese Systeme sauber verbunden sind, kann der Kunde in wenigen Minuten vom Wunschfahrzeug zum unterschriebenen Vertrag gelangen. Die Plattform führt dafür Daten aus unterschiedlichen Quellen zusammen, prüft sie im Prozess und stellt sie an den relevanten Stellen bereit.
Unsere Lösung basiert auf einem modularen Webservices-Ansatz. Dadurch lassen sich neue Marken, Länder und Finanzprodukte flexibel integrieren. Gleichzeitig sorgen API-Gateways, moderne Authentifizierungsmethoden und DSGVO-konforme Datenhaltung nach ISO 27001 für Interoperabilität, Sicherheit und Wartbarkeit.
Für Finanzdienstleister, Hersteller und Händler bedeutet das: Sie erhalten eine Lösung, die den aktuell kundenseitig präferierten digitalen Abschluss unterstützt und langfristig erweiterbar bleibt. So geht Digitalisierung in der Automobilindustrie.
Warum wir eine gute User Experience in den Fokus gerückt haben
In einem Markt, in dem Angebote zunehmend vergleichbar sind, wird das Nutzererlebnis zum entscheidenden Faktor. Wer einen transparenten und schnellen digitalen Abschluss ermöglicht, setzt sich gegen Wettbewerber durch, die es dem Kunden nicht so leicht machen. Bester Beweis, dass uns das für Citroën und Peugeot gelungen ist, ist der Triple-A-Award, den wir 2023 für die digitalen Verkaufsplattformen gewinnen konnten.
Zur guten User Experience zählen für uns neben einer intuitiven Benutzeroberfläche, leicht verständlichen Inhalten und kurzen Ladezeiten auch folgende Punkte:
- Kein Kundenkontakt bleibt ungenutzt: Kommt es nicht zu einem Abschluss, weil beispielsweise die Bonitätsprüfung kein grünes Licht gibt, bleibt der Kontakt dennoch wertvoll. Der generierte Lead wird automatisch an den jeweiligen Händler übermittelt. So kann der Händler gezielt ansprechen und eine passende Alternative anbieten.
- Mobile-First-Ansatz: Auch die mobile Nutzung ist ein wichtiger Bestandteil der Customer Journey. Deshalb folgt die Anwendung dem Mobile-First-Prinzip: Sie funktioniert auf dem Smartphone ebenso intuitiv wie auf dem Desktop.
Transparenz und Steuerung: KPI-Management für alle Stakeholder
Zur Erfolgsmessung stellen wir umfassende Reporting- und Analyse-Tools bereit. Mit dem integrierten Power-BI-Reporting von Microsoft erhalten verschiedene Stakeholder rollen- und rechtebasierte Dashboards – vom C-Level bis zum operativen Online-Manager.
So lassen sich zentrale Kennzahlen im zeitlichen Verlauf überwachen, zum Beispiel:
- Vertragsabschlüsse
- Aktivitätsquoten
- Conversion-Rates
- Entwicklung des User-Funnels
- Lead-Übergaben an Händler
Diese Transparenz unterstützt operative Entscheidungen und die strategische Weiterentwicklung der Plattform. Händler, Hersteller und Finanzdienstleister erkennen, welche Angebote funktionieren, an welchen Stellen Nutzer abspringen und wo Optimierungspotenziale liegen.
Ein Blick nach vorn: Wie die Automobilindustrie sich weiter digitalisieren wird
Aus digitalen Abschlussstrecken im Automobilmarkt werden in Zukunft zunehmend vernetzte Plattformen, die B2C- und B2B-Prozesse, Finanzierung, Leasing, Händleranbindung und Datensteuerung zusammenführen.
Deshalb entwickeln wir auch unsere Plattform kontinuierlich weiter und ergänzen sie um erweiterte B2B-Lösungen und KI-gestützte Funktionen, etwa für automatisierte Prüfprozesse. Entscheidend ist dabei nicht die Technologie um ihrer selbst willen. Die Devise lautet immer: Neue Funktionen müssen Abschlüsse beschleunigen, Prüfungen effizienter machen und Entscheidungen nachvollziehbar unterstützen.
So werden digitale Finanzierungslösungen zu einem Baustein für die nächste Entwicklungsstufe in der Digitalisierung der Automobilbranche: Sie bilden Prozesse nicht nur ab, sondern verbinden Vertrieb, Daten und Services zu skalierbaren digitalen Ökosystemen.
Fazit
Digitale Marktplätze und Finanzierungslösungen sind kein Nice-to-have mehr. Sie werden zu einem wichtigen Baustein für Händler, Hersteller und Dienstleister, die Kunden digital erreichen und langfristig binden wollen. Damit solche Lösungen funktionieren, braucht es mehr als eine digitale Oberfläche. Entscheidend sind eine tragfähige Datenstrategie, sauber integrierte Systeme, eine intuitive User Experience und transparente Steuerungsmöglichkeiten.
Wenn Sie auf der Suche nach einem Partner zur technischen Umsetzung Ihrer digitalen Vertriebslösung sind (ob Automobilbranche oder ein anderer Bereich), nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf. Wir freuen uns auf weitere erfolgreiche Digitalisierungsprojekte!
Über den Autor
Marius Schafranietz, Digital Strategy Director
Marius ist studierter Computerlinguist und seit 15 Jahren in der digitalen Welt zu Hause – vom Language Engineer bis zum Digital Strategy Director bei anyMOTION. Heute unterstützt er Unternehmen dabei, ihre digitalen Prozesse weiterzudenken und zukunftsfähig zu gestalten – mit einem besonderen Fokus auf die Optimierung von Geschäftsprozessen.
Im Projektalltag sorgt Marius dafür, gemeinsam mit dem Kunden eine klare Produktvision zu entwickeln – als Kompass für das gesamte Team. „Wenn alle im Projekt verstehen, worauf es dem Kunden wirklich ankommt, treffen sie automatisch bessere Entscheidungen in der Umsetzung.“ Besonders schätzt er dabei die Flexibilität von Microsoft .NET: „Wenn der Kunde uns fragt, ob ein bestimmtes Feature technisch möglich ist, dann lautet die Antwort fast immer Ja. Entscheidend ist aber, nicht einfach jede Anforderung umzusetzen, sondern Aufwand und Nutzen klug abzuwägen.“
Im Beruf 100 % digital, in der Freizeit 90 % analog: Seine Leidenschaft für Autos lebt Marius am liebsten in seinem 45 Jahre alten Oldtimer aus – natürlich mit eingelegter Musikkassette. Gelegentlich steht er auch als Vinyl-DJ hinter dem Pult, ob in Bars oder bei einer Vernissage. Ob auf der Tanzfläche oder im Projekt: Hauptsache der Takt stimmt.
