Die PIM-Systeme Pimcore, Perfion, Akeneo und Viamedici verfolgen unterschiedliche Ansätze. Sie unterscheiden sich in Architektur, Einsatzmöglichkeiten, Integrationslogik, Usability und Zielgruppe. Deshalb lautet die entscheidende Frage nicht: Welches PIM-System ist das beste? Sondern: Welches PIM-System passt zu Ihren Daten, Prozessen, Kanälen und Zielen?
Mit unseren Tipps zur PIM-Auswahl (inkl. Anforderungskompass als Download) fällen Sie eine informierte Entscheidung.
Von Pimcore bis Viamedici: Viele PIM-Systeme klingen in ihren Funktionen auf den ersten Blick ähnlich. Sie zentralisieren Produktdaten, verbessern Datenqualität und versorgen verschiedene Kanäle. Die entscheidenden Unterschiede liegen jedoch im Detail.
Unser Tipp: Wählen Sie Ihr PIM-System nie nur nach Feature-Liste aus, sondern beantworten Sie diese Fragen zu den verschiedenen Merkmalen eines PIM. Welche Features brauchen Sie wirklich und auf welche kann Ihr Unternehmen getrost verzichten? Dann zeigt sich, welches System zu Ihrer Datenrealität und zur geplanten Entwicklung des Unternehmens passt.
Pimcore, Perfion, Akeneo und Viamedici stehen für unterschiedliche Ansätze. Alle vier Systeme können Produktdaten zentralisieren und Prozesse verbessern. Sie setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte. Stand unserer Informationssammlung ist der 23.09.2026; aufgrund von Innovationszyklen bei den Herstellern können sich Abweichungen ergeben.
Pimcore eignet sich besonders für Unternehmen, die Produktdatenmanagement nicht isoliert betrachten, sondern weitere Plattformen aufbauen oder relaunchen wollen, bei denen die Produktdaten ein zentraler Bestandteil sind. Das System verfolgt einen MDM-Ansatz und bietet über weitere Module wie DAM, CMS und Commerce-Framework die Möglichkeit, Digital Experience aus einem Guss zu realisieren.
Stärken:
Pimcore ist vor allem dann die richtige Wahl, wenn Produktdaten Teil einer größeren digitalen Plattform werden sollen. Ein Produkt kann im PIM gepflegt, mit Assets aus dem DAM verbunden, auf einer Website ausgespielt, in einem Konfigurator genutzt und für Printprozesse bereitgestellt werden. Und das mit einem Minimum an Schnittstellen.
Das macht Pimcore besonders interessant für Unternehmen, die langfristig denken und eine skalierbare Daten- und Experience-Architektur aufbauen möchten.
Perfion ist eine PIM-Lösung für Unternehmen, die Produktdaten strukturiert verwalten und eng an bestehende ERP-Prozesse anbinden möchten. Als SaaS-Lösung werden Funktionen lediglich konfiguriert, was ein schnelles Setup ermöglicht.
Stärken:
Perfion ist besonders interessant, wenn Produktdaten stark aus ERP-Prozessen heraus entstehen. Das System unterstützt Unternehmen dabei, diese Daten zentral zu pflegen, anzureichern und für verschiedene Kanäle bereitzustellen.
Perfion passt zu Unternehmen, die ein strukturiertes PIM mit ERP-Nähe suchen und nicht jede Anforderung individuell entwickeln möchten.
Akeneo setzt stark auf kanalspezifische Product Experience. Im Mittelpunkt steht nicht nur die Verwaltung korrekter Produktdaten, sondern deren kanalgerechte Anreicherung. Eine Vielzahl an Konnektoren kann bei durchschnittlich komplexen Datenmodellen die Anbindung an andere Systeme erleichtern.
Stärken:
Akeneo ist besonders relevant, wenn Teams regelmäßig Produktbeschreibungen, Attribute, Übersetzungen und kanalbezogene Inhalte pflegen. Das System unterstützt dabei, Produktinformationen nicht nur vollständig, sondern auch verkaufsstark und zielgruppengerecht aufzubereiten.
Damit eignet sich Akeneo vor allem für Unternehmen, bei denen Produktcontent, Time-to-Market und kanalübergreifende Konsistenz im Fokus stehen.
Viamedici fokussiert sich vor allem an Enterprise-Szenarien mit hoher Datenkomplexität. Die Plattform verbindet einen MDM-Ansatz mit weiteren Bereichen wie DAM und CPQ.
Stärken:
Wenn große Produktportfolios, Varianten, Medien, Klassifikationen und Prozessregeln zentral gesteuert werden müssen, ist Viamedici eine gute Wahl. Das System adressiert Organisationen, die hohe Anforderungen an Datenqualität, Automatisierung und internationale Skalierbarkeit haben.
Viamedici passt, wenn Enterprise-Komplexität, internationale Strukturen und umfassende Daten-Governance im Vordergrund stehen.
| Kriterium | Pimcore | Perfion | Akeneo | Viamedici |
| Grundansatz | Flexible Digital Experience Plattform mit solider MDM-Basis sowie, DAM, CMS und Commerce-Framework | Standardisierte PIM-Lösung mit starkem ERP-Bezug | PIM/PXM mit Fokus auf Produktcontent und Fachbereichsnutzung | Enterprise-Plattform für komplexe Datenstrukturen. MDM-Ansatz mit DAM und CPQ-Modul |
| Typische Zielgruppe | Unternehmen, die ohne Feature-Abstriche die TCO ihrer Digitalplattform optimieren wollen | Hersteller, Händler und Großhändler mit starkem ERP-Fokus | Marketing-, E-Commerce- und Produktteams mit vielen Kanälen | Enterprise-Unternehmen mit komplexen globalen Produktdaten |
| Besonders geeignet, wenn... | PIM Teil einer größeren digitalen Architektur sein soll | Produktdaten eng mit ERP-Prozessen verbunden sind | Produkt-Content kanalübergreifend optimiert werden soll | Datenmodelle, Workflows und Governance sehr komplex sind |
| Mögliche Herausforderung | erfordert saubere Konzeption und Implementierung | weniger passend bei sehr individuellen Plattformanforderungen | muss gut in bestehende Enterprise-Architektur integriert werden | höherer Projekt- und Einführungsaufwand möglich |
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Wer ein PIM auswählt, entscheidet nicht einfach nur über ein Tool. Er entscheidet über die künftige Produktdatenarchitektur im Unternehmen. Das System muss aktuelle Anforderungen erfüllen und gleichzeitig auch künftige Entwicklungen abbilden können:
Damit Sie mit der PIM-Auswahl ins Schwarze treffen, ist es wichtig, die Unterschiede der verschiedenen Anbieter zu kennen und zu verstehen.
Viele PIM-Projekte starten mit der richtigen Absicht, aber mit dem falschen Fokus. Häufig wird zuerst über Features, Oberflächen oder Lizenzmodelle gesprochen. Die wichtigeren Fragen kommen dann zu spät.
Ein PIM ist nicht automatisch passend, nur weil es viele Funktionen bietet. Entscheidend ist, ob das System zur eigenen Datenstruktur, Systemlandschaft und Arbeitsweise passt.
Besser: Erst Anforderungen, Prozesse, Datenquellen und Zielkanäle definieren. Dann Systeme vergleichen.
Ein PIM löst keine Datenprobleme von allein. Uneinheitliche Attribute, fehlende Variantenlogiken, doppelte Produktinformationen oder unklare Zuständigkeiten werden durch ein neues System nicht automatisch sauber.
Besser: Datenqualität, Attributstruktur und Datenverantwortung vor der Systementscheidung analysieren und im PIM-Konzept eine Optimierung einplanen.
Ein PIM steht selten allein. Es muss Daten aufnehmen, verarbeiten und an andere Systeme ausspielen – etwa ERP, DAM, CMS, Shopsysteme, Marktplätze, Printsysteme oder Händlerportale.
Besser: Schnittstellen, Datenflüsse und Systemrollen früh in die Auswahl einbeziehen.
Ein PIM-System sollte nicht nur die aktuelle Situation abbilden. Es muss mit neuen Sortimenten, Märkten, Sprachen, Kanälen und Anforderungen an Automatisierung oder KI wachsen können.
Besser: Nicht nur fragen: „Was brauchen wir heute?“ Sondern auch: „Welche Produktdatenprozesse brauchen wir in drei bis fünf Jahren?“
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