Blog

PIM-Auswahl leicht gemacht: Wie Sie das richtige System finden

Geschrieben von Frank Trimborn | Sep 28, 2026, 3:02:22 PM

Die PIM-Systeme Pimcore, Perfion, Akeneo und Viamedici verfolgen unterschiedliche Ansätze. Sie unterscheiden sich in Architektur, Einsatzmöglichkeiten, Integrationslogik, Usability und Zielgruppe. Deshalb lautet die entscheidende Frage nicht: Welches PIM-System ist das beste? Sondern: Welches PIM-System passt zu Ihren Daten, Prozessen, Kanälen und Zielen?  

Mit unseren Tipps zur PIM-Auswahl (inkl. Anforderungskompass als Download) fällen Sie eine informierte Entscheidung.

Das Wichtigste in Kürze: PIM-Auswahl

  • Jedes PIM-System hat seine eigenen Vorzüge.
  • Pimcore, Perfion, Akeneo und Viamedici sind etablierte Anbieter mit unterschiedlichen Schwerpunkten.
  • Beachten Sie bei der PIM-Auswahl Faktoren wie Integrationen, Workflows und Skalierbarkeit.
  • Das System sollte mit neuen Märkten, Kanälen und Anforderungen mitwachsen.
  • Nutzen Sie unsere Checkliste zur PIM-Auswahl und lassen Sie sich professionell beraten.

 

PIM ist nicht gleich PIM: Wo sich Systeme unterscheiden

Von Pimcore bis Viamedici: Viele PIM-Systeme klingen in ihren Funktionen auf den ersten Blick ähnlich. Sie zentralisieren Produktdaten, verbessern Datenqualität und versorgen verschiedene Kanäle. Die entscheidenden Unterschiede liegen jedoch im Detail.

  • Datenmodell: Wie flexibel lassen sich Produkte, Varianten, Attribute, Klassifikationen und Beziehungen abbilden? Ist der Ansatz des Datenmodells spezifisch PIM, oder erweitert als MDM (Master-Data-Management)
  • Systemarchitektur: Ist das PIM ein eigenständiges System oder Teil einer größeren Plattform inkl. DAM, CMS oder Commerce?
  • Integrationen: Wie gut lässt sich das System an z. B. ERP, Shop, Marktplätze, Printprozesse und Portale anbinden?
  • Workflows und Governance: Lassen sich Rollen, Freigaben, Übersetzungen, Qualitätsprüfungen und Verantwortlichkeiten gemäß Ihrer Organisation sauber abbilden?
  • Usability: Können alle vorgesehenen Fachbereiche effizient mit dem System arbeiten – oder ist die Nutzung stark technisch geprägt?
  • Skalierbarkeit: Wächst das System mit neuen Märkten, Sortimenten, Sprachen und Kanälen mit?
  • Implementierungsaufwand: Ist ein schneller Start möglich oder braucht es eine individuell konzipierte Plattformarchitektur?
  • KI-Features: Welche Möglichkeiten zur KI-Unterstützung oder -Anbindung sind im System vorgesehen?
  • Lizenzkosten: Was sind die Parameter, nach denen die Lizenzkosten ermittelt werden (z. B. Anzahl Nutzer, Produkte, Sprachen, Feature-Pakete)?

Unser Tipp: Wählen Sie Ihr PIM-System nie nur nach Feature-Liste aus, sondern beantworten Sie diese Fragen zu den verschiedenen Merkmalen eines PIM. Welche Features brauchen Sie wirklich und auf welche kann Ihr Unternehmen getrost verzichten? Dann zeigt sich, welches System zu Ihrer Datenrealität und zur geplanten Entwicklung des Unternehmens passt.

 

Vier PIM-Systeme im Überblick: Pimcore, Perfion, Akeneo und Viamedici

Pimcore, Perfion, Akeneo und Viamedici stehen für unterschiedliche Ansätze. Alle vier Systeme können Produktdaten zentralisieren und Prozesse verbessern. Sie setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte. Stand unserer Informationssammlung ist der 23.09.2026; aufgrund von Innovationszyklen bei den Herstellern können sich Abweichungen ergeben.

Pimore: flexible Digital-Experience-Plattform mit MDM, DAM, CMS und Commerce-Framework 

Pimcore eignet sich besonders für Unternehmen, die Produktdatenmanagement nicht isoliert betrachten, sondern weitere Plattformen aufbauen oder relaunchen wollen, bei denen die Produktdaten ein zentraler Bestandteil sind. Das System verfolgt einen MDM-Ansatz und bietet über weitere Module wie DAM, CMS und Commerce-Framework die Möglichkeit, Digital Experience aus einem Guss zu realisieren.

Stärken:

  • flexible Datenmodelle
  • offene Architektur und Schnittstellen
  • hohe Anpassbarkeit
  • Verbindung von Produktdaten, Medien, Content und digitalen Anwendungen
  • Ausgereifte KI-Integration
  • geeignet für komplexe Systemlandschaften
  • Skalierung ohne zusätzliche Lizenzerweiterungen

Pimcore ist vor allem dann die richtige Wahl, wenn Produktdaten Teil einer größeren digitalen Plattform werden sollen. Ein Produkt kann im PIM gepflegt, mit Assets aus dem DAM verbunden, auf einer Website ausgespielt, in einem Konfigurator genutzt und für Printprozesse bereitgestellt werden. Und das mit einem Minimum an Schnittstellen.

Das macht Pimcore besonders interessant für Unternehmen, die langfristig denken und eine skalierbare Daten- und Experience-Architektur aufbauen möchten.

Perfion: PIM mit starkem ERP-Bezug und kurzer Projektlaufzeit

Perfion ist eine PIM-Lösung für Unternehmen, die Produktdaten strukturiert verwalten und eng an bestehende ERP-Prozesse anbinden möchten. Als SaaS-Lösung werden Funktionen lediglich konfiguriert, was ein schnelles Setup ermöglicht.

Stärken:

    • starker ERP-Bezug
    • klarer PIM-Fokus
    • strukturierte Produktdatenpflege
    • hilfreiche Add-ons wie Lieferantendaten-Portal und Web2Print-Option
    • pragmatischer Einstieg
    • geeignet für Hersteller, Händler und Großhändler

Perfion ist besonders interessant, wenn Produktdaten stark aus ERP-Prozessen heraus entstehen. Das System unterstützt Unternehmen dabei, diese Daten zentral zu pflegen, anzureichern und für verschiedene Kanäle bereitzustellen.

Perfion passt zu Unternehmen, die ein strukturiertes PIM mit ERP-Nähe suchen und nicht jede Anforderung individuell entwickeln möchten.

Akeneo: PIM mit Fokus auf Product Experience und Usability

Akeneo setzt stark auf kanalspezifische Product Experience. Im Mittelpunkt steht nicht nur die Verwaltung korrekter Produktdaten, sondern deren kanalgerechte Anreicherung. Eine Vielzahl an Konnektoren kann bei durchschnittlich komplexen Datenmodellen die Anbindung an andere Systeme erleichtern.

Stärken:

    • gute Nutzbarkeit für verschiedene Fachbereiche
    • Fokus auf Produktcontent und Datenqualität
    • Unterstützung von Katalogprozessen
    • nützliche Zusatzmodule für Lieferantendaten-Management und Integration von Nutzerfeedback zu Produkten
    • starke Ausrichtung auf kanalübergreifende Product Experiences
    • KI-Integration auf gutem Niveau

Akeneo ist besonders relevant, wenn Teams regelmäßig Produktbeschreibungen, Attribute, Übersetzungen und kanalbezogene Inhalte pflegen. Das System unterstützt dabei, Produktinformationen nicht nur vollständig, sondern auch verkaufsstark und zielgruppengerecht aufzubereiten.

Damit eignet sich Akeneo vor allem für Unternehmen, bei denen Produktcontent, Time-to-Market und kanalübergreifende Konsistenz im Fokus stehen.  

Viamedici: Enterprise-Plattform für komplexe Daten- und Prozesslandschaften

Viamedici fokussiert sich vor allem an Enterprise-Szenarien mit hoher Datenkomplexität. Die Plattform verbindet einen MDM-Ansatz mit weiteren Bereichen wie DAM und CPQ.

Stärken:

    • geeignet für sehr komplexe Produktdaten mit hoher Variantenanzahl
    • Unterstützung internationaler Datenstrukturen
    • starke Governance- und Workflow-Funktionen
    • Verbindung von MDM, DAM und CPQ
    • relevant für große Organisationen mit vielen Märkten, Sprachen und Produktbeziehungen
    • KI-Integration wird stetig ausgebaut

Wenn große Produktportfolios, Varianten, Medien, Klassifikationen und Prozessregeln zentral gesteuert werden müssen, ist Viamedici eine gute Wahl. Das System adressiert Organisationen, die hohe Anforderungen an Datenqualität, Automatisierung und internationale Skalierbarkeit haben.

Viamedici passt, wenn Enterprise-Komplexität, internationale Strukturen und umfassende Daten-Governance im Vordergrund stehen.

 

Pimcore, Perfion, Akeneo und Viamedici im direkten Vergleich

Kriterium Pimcore Perfion Akeneo Viamedici
Grundansatz Flexible Digital Experience Plattform mit solider MDM-Basis sowie, DAM, CMS und Commerce-Framework  Standardisierte PIM-Lösung mit starkem ERP-Bezug  PIM/PXM mit Fokus auf Produktcontent und Fachbereichsnutzung   Enterprise-Plattform für komplexe Datenstrukturen. MDM-Ansatz mit DAM und CPQ-Modul 
Typische Zielgruppe Unternehmen, die ohne Feature-Abstriche die TCO ihrer Digitalplattform optimieren wollen  Hersteller, Händler und Großhändler mit starkem ERP-Fokus  Marketing-, E-Commerce- und Produktteams mit vielen Kanälen  Enterprise-Unternehmen mit komplexen globalen Produktdaten 
Besonders geeignet, wenn... PIM Teil einer größeren digitalen Architektur sein soll  Produktdaten eng mit ERP-Prozessen verbunden sind  Produkt-Content kanalübergreifend optimiert werden soll  Datenmodelle, Workflows und Governance sehr komplex sind 
Mögliche Herausforderung erfordert saubere Konzeption und Implementierung  weniger passend bei sehr individuellen Plattformanforderungen  muss gut in bestehende Enterprise-Architektur integriert werden  höherer Projekt- und Einführungsaufwand möglich 

 

Mit unserem PIM-Anforderungskompass klären Sie die wichtigsten Fragen zur Systemauswahl

Laden Sie unseren praktischen Anforderungskompass zur PIM-Auswahl kostenlos herunter. Enthalten sind alle wirklich wichtigen Fragen rund um die bestehende Datenarchitektur Ihres Unternehmens und die Anforderungen, die das PIM erfüllen muss.

Übrigens: Der ausgefüllte Anforderungskompass ist auch ein idealer Startpunkt für ein aufschlussreiches, unverbindliches Erstgespräch mit einem unserer Experten.

Jetzt herunterladen

 

Warum die Wahl des PIM-Systems strategisch wichtig ist

Wer ein PIM auswählt, entscheidet nicht einfach nur über ein Tool. Er entscheidet über die künftige Produktdatenarchitektur im Unternehmen. Das System muss aktuelle Anforderungen erfüllen und gleichzeitig auch künftige Entwicklungen abbilden können:

    • neue Länder
    • neue Shops
    • neue Marktplätze
    • neue Klassifikationen
    • neue Produktlinien
    • neue Anforderungen an Datenqualität, Automatisierung und KI

Damit Sie mit der PIM-Auswahl ins Schwarze treffen, ist es wichtig, die Unterschiede der verschiedenen Anbieter zu kennen und zu verstehen.

 

Vier typische Fehler bei der PIM-Auswahl 

Viele PIM-Projekte starten mit der richtigen Absicht, aber mit dem falschen Fokus. Häufig wird zuerst über Features, Oberflächen oder Lizenzmodelle gesprochen. Die wichtigeren Fragen kommen dann zu spät.

Fehler 1: Anforderungen nicht sauber klären

Ein PIM ist nicht automatisch passend, nur weil es viele Funktionen bietet. Entscheidend ist, ob das System zur eigenen Datenstruktur, Systemlandschaft und Arbeitsweise passt.

Besser: Erst Anforderungen, Prozesse, Datenquellen und Zielkanäle definieren. Dann Systeme vergleichen.

Fehler 2: Datenqualität unterschätzen

Ein PIM löst keine Datenprobleme von allein. Uneinheitliche Attribute, fehlende Variantenlogiken, doppelte Produktinformationen oder unklare Zuständigkeiten werden durch ein neues System nicht automatisch sauber.

Besser: Datenqualität, Attributstruktur und Datenverantwortung vor der Systementscheidung analysieren und im PIM-Konzept eine Optimierung einplanen.

Fehler 3: Systemlandschaft und Schnittstellen zu spät berücksichtigen

Ein PIM steht selten allein. Es muss Daten aufnehmen, verarbeiten und an andere Systeme ausspielen – etwa ERP, DAM, CMS, Shopsysteme, Marktplätze, Printsysteme oder Händlerportale.

Besser: Schnittstellen, Datenflüsse und Systemrollen früh in die Auswahl einbeziehen.

Fehler 4: Zu kurzfristig entscheiden

Ein PIM-System sollte nicht nur die aktuelle Situation abbilden. Es muss mit neuen Sortimenten, Märkten, Sprachen, Kanälen und Anforderungen an Automatisierung oder KI wachsen können.

Besser: Nicht nur fragen: „Was brauchen wir heute?“ Sondern auch: „Welche Produktdatenprozesse brauchen wir in drei bis fünf Jahren?“

 

Wir unterstützen Sie bei der Auswahl eines PIM-Systems

Bei anyMOTION haben wir schon etliche Unternehmen auf der Reise zum passenden PIM-System begleitet. Unsere Experten beraten Sie fachkundig zu den wichtigsten Entscheidungskriterien und geben eine transparente Einschätzung: Was brauchen Sie, was brauchen Sie nicht, wo haben Sie Bedarf nach Extra-Features, wo können Sie sparen? Nehmen Sie für eine erste unverbindliche Beratung einfach unkompliziert Kontakt zu uns auf.